Seit dem Sonntag ist es offiziell! Luis Fonsi ist der erfolgreichste Hit auf YouTube und knackte die Marke von 3 Milliarden Klicks in der Rekordzeit von 206 Tagen.

Seit dem 12. Jänner legte Despacito einen rasanten Aufstieg hin. Schon bald erreichte das Video über 25 Millionen Zugriffe täglich und hielt annähernd diese Marke bis heute. Der bisherige Rekordhalter Psy wurde zwischenzeitlich von Wiz Khalifa mit dem Song „See You Again“ von 2015 vom Thron gestoßen, ehe Despacito den Rapper aus North Dakota hinter sich ließ. Dieser darf sich jedoch rühmen, der erste Interpret zu sein, der die 3 Milliarden-Grenze durchbrechen konnte.

Für Luis Fonis gibt es aber ganz andere Rekorde. Nicht nur, dass Despacito jetzt der erfolgreichste Song auf YouTube ist, so ist er naturgemäß auch der erfolgreichste Song 2017. Je näher der Sommer in Land gezogen kam, desto mehr zog auch der Reaggeton-Hit. Die erste Milliarde erreichte Adele mit „Hello“ noch am schnellsten. Ab dem Meilenstein von 1.2 Milliarden übernahm der Puertoricaner das Kommando und nahm alle 100-Millionen-Klicks-Hürden als Erster.

Ein Erfolg wie Despacito weckt auch das Interesse von Forschen und solchen die sich gerne für welche halten.

Petra Rivera-Rideau vom Wellesley College in Massachusetts sieht in dem Song den Trend zu Reaggeton-Musik. Zudem glaubt man den Erfolg auch Justin Bieber geschuldet. Mit ihn und seinen Intro soll Bieber den Song beliebt gemacht haben. Die New York Times sieht im Erfolg hingegen eine Auflehnung gegen Donald Trump. „Er ist sexuell freizügig. Er respektiert keine Grenzen oder klebt an Herkunftskategorien“. so die Zeitung. Der Titel bewerbe stattdessen eine „Kreuzbefruchtung“ verschiedener Kulturen und Stile und schöpfe aus der Energie der afrikanischen Diaspora.

Eventuell mag das für das US-Publikum eine begrenzte Gültigkeit haben, erklärt jedoch nicht den weltweiten Erfolg der Originalversion. Despacito wurde ohne Justin Bieber Nummer 1 in folgenden Ländern:

Argentinien, Belgien, Chile, Dänemark, Ecuador, Finnland,Frankreich, Deutschland, Griechenland, Guatemala, Irland, Israel, Italien, Kolumbien, Kroatien, Libanon, Malaysien, Mexico, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Russland, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik, Uruguay, USA, Ungarn, Venezuela, Österreich,
Die Menschen in all diesen Ländern haben den Song nicht zum Superhit 2017 gemacht, um sich gegen die Politik Donald Trumps aufzulehnen.

Die Wahrheit ist wohl viel banaler.

Despacito trifft zum perfekten Zeitpunkt den Geschmack der Zuhörer. Er vermittelt global ein Gefühl von Sommer, Urlaub und einer Zeit ohne Sorgen, auch ohne den schlüpfrigen Text verstehen zu müssen. Die Melodie ist eingängig und der Rythmus der Pop-Reaggeton-Mixtur zwingt einem förmlich zur Aktion. Wer nicht tanzt, der wippt zumindest mit. Und wer kein Spanisch beherrscht, der „brabbelt“ oder summt dazu.

Welche Gründe für jeden einzelnen auch immer ausschlaggebend waren, eines steht auf alle Fälle fest. Luis Fonsi und Daddy Yankee machten sich mit Despacito zu Legenden.